Limnoterra
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In Google ist Umwelt grün und strahlend blau.

Ökologie ist komplex und sperrig.


Etwa wie Jura, Baustatik & automotive Lenkungssysteme. Solche Fachinhalte überlassen Politik, Medien und Öffent-lichkeit, berechtigterweise und gerne, Experten. Inhalte sind dabei relevant
- Experten notwendig.

 

Ökosysteme hingegen sollen einfach gefälligst ihre Arbeit tun.

 

 

 

 

 

 

 

Ökologie - nachgeordnet Natur- & Umweltschutz - funktioniert anders.

 

Hörensagen, Meinung, Lehrmeinung und Fakten existieren widerspruchslos neben-einander, tausendfach überlagert von Verlautbarungen der Medien, politischen Newsrooms sowie Werbe- und Presseagenturen. Anscheinend profitiert von dieser Beliebigkeit jeder.

 

Ökologie - Leerformel und bloser Spielball von Debatten. Anything goes.

 

In diesem Umfeld fehlt zur Manipulation, angesichts politischem, wirtschaftlichem und wissenschaftlichem Erfolgszwang, oft nur noch ein kleiner Schritt. Die Fokus-sierung öffentlicher Aufmerksamkeit auf Gefühlsthemen gehört dazu.

Nachfolgend ein völlig harmloses, zur Kennzeichnung eines Massenphänomens aber typisches Beispiel. Hilft hier noch Medienkompetenz?

Solche Maßnahmen, Bilder und Texte sind nichts anderes als „Wohlfühlökologie“ (Prof. W. Haber). Inhalte, die trivial bebildert - meist sachlich falsch - sind und Emo-tionen ansprechen.

 

Selbst Ministerien und Fachbehörden neigen dazu, Umweltdaten zu emotionalisieren, als wären diese ohne entsprechende „Färbung“ nichts wert.

Mittlerweile haben die für virtuelle Politik zuständigen Berater & Multiplikatoren gan-ze Arbeit geleistet. Umweltverbände haben daraus gelernt, Wissenschaft zieht nach.

 

 

Zeitungsartikel Stuttgarter Mooswand 2015 - 2019.

Eine qualifizierte pluralistische Einschät-

zung ökologischer Sachverhalte, bedarf leider oft mehr, als gesunden Menschen-verstand, zusammen mit dem jeweils passenden wissenschaftlichen State-ment.

 

 

 

 

 

Jede Info umfasst eine bis drei Textsei- ten und erfordert 5 bis 10 Minuten Zeit;
bietet aber mehr Fakten & Zusammen-
hänge, als etwa 40  Pressemeldungen (zu Info I) plus andere Verlautbarungen.

 

 

 

Im Falle fehlerhafter Angaben bei Informationen und Faktenchecks freuen wir uns über das Korrektiv kritischer Leser und bessern umgehend nach.

Info I. Lösen Moose Feinstaub-Probleme in Städten?
Absorbieren Moose Feinstaub? Ja! Zudem ist die vertikale Begrünung in Städten eine wichtige Zukunftsaufgabe. Hersteller von Mooswänden bedienen sich allerdings Informationen, die wissenschaftlich nicht haltbar sind. Eine einfache Sensitivitätsana-lyse zeigt, wie weit Anspruch und Wirklichkeit auseinanderliegen. An der Stadt der Zukunft zu arbeiten, bedeutet nicht, Politik & Verwaltung nur Visionen zu verkaufen.

Are bryophytes able to absorb atmospheric particulate matter?
Yes, in any case! And further there is an absolute necessity for vertical greening of cities. But manufacturers information about benefits of several square meter moss-wall are not scientifically sound. An easy to understand sensivity analyses shows discrepancy between claim and reality.
Limnoterra_Moose_Feinstaub_2019.pdf
PDF-Dokument [209.7 KB]

 

Entscheidungsträger (parteiunabhängig) dürfen gerne fasziniert sein, gehören aber fachlich und neutral unterstützt.

 

Dafür gibt es Umweltausschüsse, Politik-beratung, Lehrstühle für Pflanzenphysio-logie, Fachjournalismus,...?

 

Fehlanzeige.

 

 

Eine dichte Packung des nach Bundesarten-schutzverordnung  und EU-FFH (Anhang V) geschützten Weißmooses (± abgestorben), an der belastete Luft vorbeistreicht, wie an einer Hauswand.

 

 

 

 

 

 

 

Preisgekrönte (wikipedia) technische Inno-

vation1 und 1,9 Millionen EU-Förderung.

 

Was bedeutet heute Expertise gegenüber

Pressehoheit?

 

Die gezeigten Medien werden von der Her-stellerfirma als Garant2 einer Wirkung zur Verbesserung der Luftqualität in Städten, für Nachhaltigkeit & Glaubwürdig-keit genannt. 

 

Info II. Nachhaltigkeit vs. Grenzwerte. Die Stuttgarter Wildparkseen.
Wie steht die Stadt Stuttgart eigentlich zu ihren lokalen Trinkwasserressourcen?

Damit ist weder Bad Cannstatter Mineralwasser im Zusammenhang mit dem Projekt Stuttgart 21 gemeint, ebenso wenig der Bodensee, oder Wasser aus dem Donauried.

Das Beispiel Stuttgarter Wildparkseen zeigt, wie schwierig es ist, Nachhaltigkeit im deutschen Wassersektor konkret werden zu lassen. Gelegenheit zu zeigen, dass vergleichsweise einfache ökologische Probleme (hier: der permanente Eintrag von Straßenablauf in ein Wasserschutzgebiet - Stuttgarts wichtigste lokale Trinkwasser-
ressource) endlich mutig angegangen werden, um sie in einigen Jahren - richtige Weichenstellung und Zeit vorausgesetzt - gelöst zu haben. Oder auch nicht.
Limnoterra_Grenzwerte_Chlorid_2019.pdf
PDF-Dokument [106.6 KB]

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der über den natürlich anmutenden Bern-hardsbach mit  Auftausalzen belastete Stuttgarter Bärensee.

Info III. Wie ermittelt man zuverlässig Indikatorarten?
Ökologische Zeigerwerte, Indikatoren für Gewässer- und Luftbelastung, Zeiger für den Klimawandel - kaum eine Pflanzenart, die dem Anwender nicht Hinweise auf bestimmte Umweltzustände geben soll.
Der Nachteil: Es handelt sich fast immer um reine Einschätzungen von Experten.
Eine empirische Überprüfung fehlt meist ebenso, wie Angaben über die Güte des Indikators. Eine Indikatorarten-Analyse hilft.
Limnoterra_Indikatorarten_Informationen_[...]
PDF-Dokument [314.8 KB]

 

Bei Zeigerwertberechnungen (Ellenberg et al. 1992) ist zu berücksichtigen, dass Zeigerwerte u.U. stark korrelieren. Besonders betroffen sind

 

Stickstoff/Feuchte      (rSP =    0,40)
Stickstoff/Licht          (rSP =  - 0,37)

Feuchte/Temperatur   (rSP = - 0,21).

 

 

Die Interpretation von Ergebnissen,

(Vegetationsmonitoring, Klimawandel, Nutzungsänderung...)  ist daher nicht zwangsläufig schlüssig.

Info IV. The Funaria-test - ecotoxicological testing of polluted waters
The Funaria-test (Funaria hygrometrica) fulfills several demands of a toxicological laboratory test for water soluble substances. Due to its sensitivity, short reaction time and haploid set of chromosomes Funaria complements the established Lemna-test ideally.
More detailed information needed? See Downloadbereich Veröffentlichungen.
Limnoterra_Funariatest.pdf
PDF-Dokument [373.1 KB]
Polemik I. Artenkennerinnen im 21. Jahrhundert
Über Dekaden von bürgernahen Politikern als „Blümles“*- und Käferzähler belächelt, „wissenschaftlich diskret“ abserviert (...kein Renommee fürs Uni-Ranking), in unbe-
darften Pressemitteilungen als Sonntagfrühstücksmeldung (...es summt und brummt im Streuobstland) noch geduldet, fließen nun Krokodilstränen um die letzten ihrer Art.

Hat sich etwas geändert? Die in Baden-Württemberg eingesetzten Haushaltsmittel wurden erhöht, zuvor geschleifte Stellen „neu“ besetzt. Die - nimmt man absehbare ökologische Veränderungen ernst - dringend gebotene Professionalisierung, Aner-kennung³ und Verstetigung eines (selbst)kritischen Natur- und Umweltschutzes ist kein Thema. Stattdessen Initiativenflut.

*schwäbisch: Blümchen
Limnoterra_Artenkenner_2019.pdf
PDF-Dokument [153.8 KB]

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Artenkenner/innen retten nicht die Welt,
wissen aber meist von was sie reden.

1  Es geht nicht darum, Startup-Unternehmen zu demotivieren oder bloszustellen - jeder darf verkau-

    fen was er will und so viel Fördermittel einwerben, wie eben möglich.
    Aber, wieviel Vertrauen in innovative biologisch-technische Problem-Lösungen und Fachexpertise
    sind "schnelle hippe Unternehmer, Wissenschaftler, Politiker & Journalisten" bereit zu verspielen?

    Als unabhängige Gutachter firmieren auf der Hersteller-Website u.a. Fraunhofer, Karlsruher Institut
    für Technologie (KIT) und TÜV-Nord.

    Ein Amsterdamer Ingenieurbüro führte 2019 eine Wirkungssimulation von acht City Trees (!) auf

    Basis der Herstellerangaben (!) durch und leistete das, was Aufgabe der Umweltverwaltung, Fach-
    behörden (Luftqualität & Meteorologie) und Universitäten - bzw. der Gutachter - gewesen wäre.
    Thies Network GmbH hat die Green City Solutions 2019 übernommen und
beabsichtigt daraus den
    Weltmarktführer für Bio-Tech-Filter zu formen.
    Da Wunschdenken
über den Geist triumphiert, nicht ausgeschlossen.

2  Dies deutet darauf hin, dass sich viele Redakteure/Medien bei Recherchen in naturwissenschaftli-
    chen Gefilden
 oft schwer tun, oder einfach die Zeit fehlt, Sachverhalte zu durchdringen, obwohl
    solche Themen ein Gutteil der Lebenswirklichkeit betreffen.
 Außerdem darf sich Presse einer Ver-
    einnahmung erwehren, selbst wenn sie dann nicht als erster exclusiv berichtet.

3   Meint: Anerkennung der Notwendigkeit, Umweltkosten unseres Handelns umfassend und unge-
    schönt darzulegen (ohne diese zwangsläufigen Tatbestände moralisierend auszuschlachten).

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