Limnoterra
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Impulse

Ökosysteme sollen gefälligst ihre Arbeit tun!1


Mehr CO2 binden

sauberes Wasser bereitstellen,
ein nettes Umgebungsklima
und natürlich Artenvielfalt.

 

Mehr sehen
Bildern misstrauen

(entsprechen sie unserer Erwartung, lernen wir nichts)
und schon gar keine erfinden.

Gewohnt erfundene Bilder. In Google ist Umwelt grün und strahlend blau.

Ökologie ist komplex, sperrig und auch widersprüchlich.

Die Übersetzung ihrer Erkenntnisse in wirksame Maßnahmen anspruchsvoll.


 

 

 

 

 

Etwa wie Jura, Baustatik & automotive Lenkungssysteme. Solche Fachinhalte überlassen Politik, Medien und Öffent-lichkeit, berechtigterweise und gerne, Experten. Inhalte sind dabei relevant
- Expertinnen notwendig.

 

 

 

Ökologie - nachgeordnet Natur- & Umweltschutz - funktioniert anders.

 

Hörensagen, Meinung, Lehrmeinung und (ungeordnete) Fakten existieren wider-spruchslos nebeneinander, millionenfach überlagert von Verlautbarungen der Me-dien, politischen Newsrooms, Werbe- und Presseagenturen.

Ökologie erscheint nach

  • jahrzehntelanger (anhaltender) inhaltlicher Marginalisierung in der Öffentlichkeit
  • plötzlicher Betroffenheit - wer nähme ihre Aussagen heute nicht irgendwie ernst?
  • und - nicht selten - völliger Beliebigkeit in der Sache (anything goes)

bisweilen als reine Leerformel.

 

In diesem Umfeld fehlt zur Manipulation, angesichts institutionellem (politisch-wirt-schaftlich-wissenschaftlich) Erfolgszwang, oft nur ein kleiner Schritt. Die Fokussier-ung öffentlich-medialer Aufmerksamkeit auf reine Gefühlsthemen zählt dazu.

 

Nachfolgend ein völlig harmloses, zur Kennzeichnung eines Massenphänomens aber typisches Beispiel. Hilft hier noch Medienkompetenz?

Solche Maßnahmen, Bilder und Texte sind reine „Wohlfühlökologie“ (Wolfgang Ha-ber). Inhalte, die trivial bebildert - oft sachlich falsch - sind, aber professionell Emo-tionen ansprechen. Nicht ohne Grund plädiert der genannte Autor für aufgeklärte Bildung nicht »Ein«bildung. 

 

Selbst Ministerien und Fachbehörden (an dieser Stelle Beispiele aus Politik/Werbung anzuführen, erübrigt sich) neigen dazu, Umweltdaten zu emotionalisieren, als wären diese ohne „Färbung“ nichts wert, oder gar zu verstehen.

Es scheint, als hätten die für virtuelle Politik zuständigen Berater & Multiplikatoren ganze Arbeit geleistet. Farb-Broschüren und Ringen um Deutungshoheit, statt entspannt-kritischer Distanz. Verbände lernen daraus - Wissenschaft zieht nach.
 

 

Zeitungsartikel Stuttgarter Mooswand 2015 - 2019. Fühlen Sie sich informiert, oder eben unterhalten?

Qualifizierte pluralistische Einschätzung ökologischer Sachverhalte bedarf leider mehr, als den gesunden Menschenver-stand und dem jeweils passenden wis-senschaftlichen Statement.

 

 

 

 

 

 

Jede Info umfasst eine bis drei Textsei- ten und erfordert 5 bis 10 Minuten Zeit,
bietet aber mehr Fakten & Zusammen-
hänge, als etwa 40  Pressemeldungen (zu Info I) plus andere Verlautbarungen.

 

 

 

 

Im Falle fehlerhafter Angaben bei Informationen und Faktenchecks freut sich Limno-terra über das Korrektiv kritischer Leserinnen & Leser und bessert umgehend nach.

Alle Betrachtungen beziehen sich auf Institutionen - nie auf Personen.

Info I. Lösen Moose Feinstaub-Probleme in Städten?
Absorbieren Moose Feinstaub? Ja! Zudem ist die vertikale Begrünung in Städten eine wichtige Zukunftsaufgabe. Mehrere Hersteller von Mooswänden bedienen sich allerdings Informationen, die wissenschaftlich nicht haltbar sind. Eine einfache Sensitivitätsanalyse zeigt, wie weit Anspruch und Wirklichkeit auseinanderliegen. An der Stadt der Zukunft zu arbeiten, bedeutet nicht, Politik & Verwaltung nur Visionen zu verkaufen.

Are bryophytes able to absorb atmospheric particulate matter?
Yes, in any case! And further there is an absolute necessity for vertical greening of cities. But manufacturers information about benefits of several square meter moss-wall are not scientifically sound. An easy to understand sensivity analyses shows discrepancy between claim and reality.
Limnoterra_Moose_Feinstaub_2019.pdf
PDF-Dokument [210.9 KB]

 

Entscheidungsträger (parteiunabhängig) werden fachlich und neutral unterstützt.

 

Für die Themen grüne Infrastruktur, Luft-belastung und Klima gibt es dafür Politik-beratung, Umweltausschüsse, Stadtklimato-
logie, -biologie und 
Fachjournalismus.
 

 

 

 

 

 

Leider Fehlanzeige!

 

Eine dichte Packung des nach Bundesarten-schutzverordnung  und EU-FFH (Anhang V) geschützten Weißmooses (± abgestorben), an der belastete Luft vorbeistreicht, wie an einer Hauswand.

 

 

 

 

 

 

 

Preisgekrönte (wikipedia) technische Inno-

vation2 und 1,9 Millionen EU-Förderung.

 

Die Presse, Bundesministerien (BMBF und BMWi), selbst Wissenschaftssendungen bei denen Recherchearbeit noch zum Handwerk gehört, wie Galileo, SWR2 & der Deutsch-landfunk titeln „mit der Power von 10 Bäumen“ oder „Citytree erzeugt Fischluft“.
 

 

 

Sie übernehmen3 die laufend angepassten Herstellerangaben zur Moos-Wunderwelt.

Sämtlichen Meldungen ist gemein, dass der Skalensprung vom Labor zum Realbetrieb nie erwähnt - weil nie quantifiziert - wird.

 

 

Der allgemeine Wunsch nach biologischen und nachhaltigen Innovationen ist so stark, dass keine Abschätzung erfolgt, in welchem Maße reaktiver Stickstoff oder Feinstaub aus der Um-gebung (nicht im Labor-Glaskolben) gebunden wird. Hinzu kommt, daß es in derart komple-xen Anwendungsumgebungen - zumal eine ‰ Wirkung nie auszuschließen ist - kein Haf-tungsrisiko für Hersteller gibt. Die Panne, eine hübsche, gesetzlich geschützte Moosart als Filtermatte zu verwenden (Citytree 1.0), passiert Herstellern kein zweites Mal, kennzeichnet aber deren Fachexpertise - leider auch die Urteilsfähigkeit (Moose = blinder Fleck = hohes Innovationspotential) hochkarätiger Gremien und Förderinstitutionen.
Dafür ist alles sehr smart und n
ie war es leichter gute - mit 1/5 weniger Corona-Viren - Luft & ein gutes Netz zu bekommen.

 

Die Herausforderung der nationalen Bioökonomie-Strategie „Potenziale...innerhalb ökologi-scher Grenzen zu erkennen und erschließen“, sollte ernsthaft angenommen und nicht an einen grünen Markt, der natürlich jegliches Wunschdenken bedient, delegiert werden.

Einmal mehr lässt dieses Beispiel die schon traditionelle Ökologie-Blindheit technisch-wirt-schaftlich orientierter (Bioökonomie-)Fördergremien durchscheinen.

 

Mooswände leisten zu diesen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen einen wesentlichen Beitrag (KfW-Stories).
Grenzwerte - Immissionsminderung - Kosten - Vision.

Ergänzung zu Info I

 

Auffällige Parallelen (zu Mooswänden), wie Millionen an EU-Förderung für eine wissen-schaftlich nicht plausibilisierte Technik  gaben Anlass für die folgende Betrachtung. 

 

Die Grafik zeigt alternativ zu kollabierten Mooswänden eingesetzte technische Maß-nahmen, um EU Grenzwerte auf einem Stuttgarter Straßenabschnitt einzuhalten.

23 Filtersäulen, ganz ohne Moose, scheiden Feinstaub & Stickoxide aus der Atmosphäre ab. Die modellierte Minderungs-Effizienz nach Herstellerdaten beträgt 10%.4


 

 

Auf einen Simulationswert von 5-10% Feinstaub (PM 10) Minderungs-Effizienz am Neckartor kommt auch eine 2,50 Meter hohe (Passiv)Mooswand mit etwa 4 m² Moosfläche (MoosTex von Züblin/Helix/DITF). Auch diese Hersteller beziehen sich auf die gleichen fragwürdigen  Grundannahmen wie die Hersteller der Citytrees (siehe Info). Mit Einsatz von Moosen hätte sich die Fa. Mann & Hummel demnach einen Luftdurchsatz von 14.500 Kubikmetern pro Stunde je Kubus-Filter sparen können. 

 

Der Kampf von Don Quijote gegen Entropie. Städtische Luftverschmutzung beruht auf ei-nem Emissions- und keinem Immissionsproblem (hörenswert dazu SWR2).

Info II. Die Stuttgarter Wildparkseen. Nachhaltigkeit und Grenzwerte
Wie steht die Stadt Stuttgart eigentlich zu ihren lokalen Trinkwasserressourcen?

Damit ist weder Bad Cannstatter Mineralwasser im Zusammenhang mit dem Projekt Stuttgart 21 gemeint, ebenso wenig der Bodensee, oder Wasser aus dem Donauried.

Das Beispiel Stuttgarter Wildparkseen zeigt, wie schwierig es ist, Nachhaltigkeit im deutschen Wassersektor konkret werden zu lassen. Der permanente Eintrag von Straßenablauf in ein Wasserschutzgebiet - Stuttgarts einzige lokale Trinkwasserres-source - ist seit Jahrzehnten kein Thema. Mit Gewässerschau & Saprobiensystem sind entsprechende stoffliche Belastungen nicht zu erkennen. Auch der Blick vom Stuttgarter Kessel hoch zum Rand ist meist verklärt.
Limnoterra_Grenzwerte_Chlorid_2019.pdf
PDF-Dokument [109.6 KB]

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der über den natürlich anmutenden Bern-hardsbach mit Auftausalzen belastete Stuttgarter Bärensee.

Info III. Wie ermittelt man zuverlässig Indikatorarten?
Ökologische Zeigerwerte, Indikatoren für Gewässer- und Luftbelastung, Zeiger für den Klimawandel - kaum eine Pflanzenart, die dem Anwender nicht Hinweise auf bestimmte Umweltzustände geben soll.
Der Nachteil: Es handelt sich um reine (Experten)Einschätzungen. Eine empirische Überprüfung fehlt meist ebenso, wie Angaben über die Güte des Indikators. Eine Indikatorarten-Analyse hilft.
Limnoterra_Indikatorarten.pdf
PDF-Dokument [197.6 KB]

 

Bei Berechnungen von Bestandeszeiger-werten (Ellenberg et al. 1992) ist zu be-rücksichtigen, dass die jeweiligen Pflanzen-Zeigerwerte untereinander hoch korrelieren.

Besonders betroffen sind folgende:


Stickstoff/Feuchte       (rSP =    0,40)

Stickstoff/Licht            (rSP =  - 0,37)

Feuchte/Temperatur     (rSP = - 0,21)

rSP: Spearman Rangkorrelations-Koeffizient

Dies gilt ebenso für Bestandes-Werte,
nur in meist schwächerem Maße.

 

 

 

Interpretationen auf der Basis solcher Berechnungen im Zusammenhang mit Vegetations-, Klimawandelmonitoring, oder Bestimmung von Stickstoff-Grenzwerten sind daher nicht zwangsläufig schlüssig. Während Vegetationsdaten in Fülle vorliegen, fehlen - immer schon - unabhängige Standortdaten, die aus der "Sicht (Relevanz)" der jeweiligen Artengruppe (Epiphytische Flechten ≠  höhere Gefäßpflanzen/Wiese ≠ Baumschicht/Wald) zu erheben sind. Redundante Daten aus Klima-Modellierungen in ungeeignetem Maßstab erweitern unser Verständnis vegetationsökologischer Zusammenhänge (großmaßstäbig; z.B. Baden-Württemberg) kaum.

 

Beispiel zur Ermittlung von Indikatorarten für Artenreichtum im Grünland.

Polemik I. ArtenkennerInnen im 21. Jahrhundert
Über Dekaden von bürgernahen Politikern als Blümchen- und Käferzähler belächelt, „wissenschaftlich diskret“ abserviert (...kein Renommee fürs Uni-Ranking), in unbe-
darften Beiträgen (...es summt und brummt im Streuobstland) noch geduldet, ge-
gängelt (aber Experten!), ermahnt, sich doch einfacher auszudrücken (...niemand versteht sie), fließen nun Krokodilstränen um die Letzten ihrer Art.

Hat sich etwas geändert? In Baden-Württemberg eingesetzte Haushaltsmittel wurden erhöht, zuvor geschleifte Stellen „neu“ besetzt. Die - nimmt man absehbare ökologi-sche Veränderungen ernst - dringend gebotene Professionalisierung, Anerkennung und Verstetigung eines (selbst)kritischen Natur- und Umweltschutzes ist kein Thema. Stattdessen Inszenierung und Initiativenflut.
Limnoterra_Artenkenner_2019.pdf
PDF-Dokument [153.8 KB]

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Artenkennerinnen5 retten nicht die Welt

(das machen Genomik, Nanotechnologie, KI), wissen aber meist, von was sie reden.

 

Sind nicht zehntausende BiologielehrerInnen ArtenkennerInnen in spe, die Artenkenntnis praktisch vermitteln würden, gäbe es dafür ein Zeitkontingent? Beispiel BISA (Biodiversität im Schulalltag). COVID-19 als Chance für (Wieder)Etablierung biologisch-ökologischer Fach-inhalte "life-offline" in der Schul-Nahumgebung, mit Sicherheit(sabstand) in frischer Luft.

Das Thema gehört auch deshalb zunächst an die Schulen, damit Kinder, die in wenigen Tagen 100 Arten lernen, ihren Eltern danach ihre Kenntnisse vermitteln könnten.

1  Immerhin erklärten die Vereinten Nationen (nach der Dekade der Biodiversität) - 2021-2030 zur
    Dekade der Wiederherstellung von Ökosystemen.
    In Zeiten bei denen millionenfach konsumierte Filme wie Harry Potter, Vikings, Maximilian... u.a. in
    Fichtenforsten des 20./21. Jahrhunderts gedreht werden und Druck- und Internetmedien der 
Par-
    teien, Kirchen und öffentlichen Einrichtungen
 aus nutzungsrechtlichen Gründen meist auf glatte
    Ästhetik getrimmte Bilderagentur-Produkte zurück
greifen - solche Medienabteilungen zwar Bilder
    liefern, aber auch ihre teils unsäglichen Vorstellungen von der Natur oder Umwelt - lohnt es sich zu
    hinterfragen, ob mit solchen schrägen Bilder im Kopf, nicht auch das Denken in Schieflage
 kommt.

2   Es geht nicht darum, Startups  Forschungsinstitute und größere Bauunternehmen zu demotivieren

    oder bloszustellen. Ein jeder darf Fördermittel einwerben und verkaufen was er will. Wer auf Wis-
    senschafts-Mythen setzt, befindet sich zudem in bester Gesellschaft und bleibt jahrelang auf dem
    Markt. Auch in den nächsten Jahren werden Citytrees verkauft werden. Schon deshalb, weil da-
    durch Handeln ohne echte Konsequenzen 
(greenwashing) für Stadtverwaltungen und Firmen be-
    stechend einfach wird. U.U. werden sie in Zukunft sogar im CO2-Emissionshandel monetarisiert.

    Aber, wieviel Vertrauen in innovative biologisch-technische Problem-Lösungen und Fachexpertise
    sind hippe Unternehmer/Gutachter (wirtschaftliche Existenz), Wissenschaftler (Forschungsmittel) &
    Politiker/Journalisten (Öffentlichkeit) bereit zu verspielen? Offenbar hat jeder etwas zu verlieren,
    wenn solche Produkte nicht gehypt werden. Fragen wie „was sind die Kollateralschäden/was sagt
    das über unsere Handlungsfähigkeit bzgl. Luftbelastung und Klimawandel?“ stellen sich nicht.
    
Als unabhängige Gutachter firmierten auf der Hersteller-Website noch bis vor kurzem das Karls-
    ruher Institut
 für Technologie (KIT) und der TÜV-Nord (Firmen & Sponsoren).
 

    Ein Amsterdamer Ingenieurbüro führte 2019 eine Wirkungssimulation von acht City Trees auf Ba-
    sis der Herstellerangaben durch (keine Wirkung) und leistete das, was Aufgabe der Hersteller, För-
    derinstitutionen, Fach
behörden oder Universitäten gewesen wäre, zumal öffentliche Mittel fließen
    und der öffentliche Raum damit zugestellt wird.

    Warum die schon immer in städtischen Scherrasen wachsenden Moose weniger Stickstoffverbin-
    dungen aufnehmen (Sedimentation) und verstoffwechseln sollten, als die nicht adaptierten Moose
    auf vertikalen Trägermodulen, die zudem die Durchlüftung in der Stadt behindern, bleibt unklar, da
    innovative Hersteller sich mit Existierendem nicht beschäftigen, sondern es eher überbauen.

    Eine wissenschaftliche Publikation auf Basis aussagekräftiger Daten über Wirksamkeit und - nicht
    vollständig auszuschließender - Praxistauglichkeit, wäre der richtige Weg aus dem Mooswand-
    dilemma, welches durch mantraartige Berichterstattung (Aufgabe von Medien ist nicht nur die
    Verbreitung & Vervielfältigung von Nachrichten) am Flackern gehalten wird.
    Anscheinend ist n
iemand bislang in der Lage, diesen selbstverständlichen Nachweis zu erbringen.
    Stattdessen der permanente Verweis auf realitätsferne, unzulängliche - von Fördergremien und 
    Käufern nicht einschätzbare - Laborexperimente. Wenn ökologische Wissenschaft sich in biolo-
    gisch-technischen und anderen Gebieten wie der Genomik vornehm zurückhält und grüne Heils-
    versprechen auf unbedarfte Politik und Verrwaltung trifft, bleibt es Künstlern wie Gerd Schinkel
    vorbehalten das Phänomen zu entzaubern.
    Noch verstehen selbst Kinder seine rhetorische Frage „Gibts für Bäum
e denn Ersatz?“.
    Bald werden sie wohl darauf antworten, „ja, Citytrees“.

 

3   Vielleicht ein Hinweis darauf, dass vielen RedakteurInnen oft die nötige Zeit fehlt, hinter Kulissen

    zu blicken. Gerade im Falle fehlender Transparenz sollten sich öffentliche Medien gegen Verein-
    nahmung durch Wirtschaft und Politik wehren. 
Artikel sind dann eben nicht mehr exklusiv und
    brandaktuell, dafür fundiert und lesenswert.

 

 Abschlussbericht der Fa. Mann & Hummel an das Verkehrsministerium Baden-Württemberg.
     Eine messtechnisch aufwändige Kampagne, bei der Konzentrationsunterschiede NO2/PM10 im Be-
     reich weniger Mikrogramm/m³ in der bodennahen Luftschicht nachzuweisen waren.


     a) Waren die Mess-Sonden, die nur wenige Meter von den Filtersäulen mit einem Volumenstrom
         von 14.500 Kubikmetern/Stunde entfernt standen, außerhalb diesem Einflussbereich und
         lassen sich mithin die Ergebnisse als Umgebungswerte bezeichnen? Falls nicht, was bedeuten
         die erhaltenen Messwerte für NO
2/PM10 dann genau?
      
     b) Die Mittelwertvergleiche - ohne Filteraktivität vs. mit Filteraktivität - beruhen auf einer hohen
         Zahl (n) An- und Abschaltzyklen. Bei derart hohen Freiheitsgraden (z.B. NO2: 3245) wird fast
         jede Paardifferenz irgendwann statistisch signifikant. Wurde die Zahl der Messzyklen vor Ver-
         suchsbeginn festgelegt?


         Es bleibt die Frage (an das Ministerium für Verkehr und die Stadt Stuttgart) der Aussagefähig-
         keit (a & b), ganz grundsätzlich aber der Relevanz der Ergebnisse angesichts des Aufwandes,
         Schadstoffwerte entlang eines kurzen kanalartigen Straßenabschnittes um wenige Mikrogramm
         abzusenken.
         Bei allem Respekt für innovative Technik - ab einem gewissen Punkt - der erreicht ist, fängt
         man an die Atmosphäre zu filtern - sollte über Geld-Verbrenner nachgedacht werden.
         Zweifellos wurde das politische Ziel zu 100% erreicht, wenn etwa die FAZ den Vorgang als Er-
         folgsgeschichte bezeichnet. Wie bei den Citytrees erfolgte eine EU-Förderung in Millionenhöhe
         und das Produkt ist als Exportschlager gesetzt.
 Auto Motor Sport (Stuttgart) vergibt dafür ein-
         en silbernen Preis. Politik gratuliert sich erwartungsgemäß selbst. Die Haltung von Fachbehör-
         den - nichtöffentlich.

         

5   Sind nicht zwangsläufig Artenretter.

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