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Die Stuttgarter Wildparkseen

Kaum ein Gebiet im Ballungsraum Stutt-

gart trägt so stark zur naturräumlichen Identifikation der Bevölkerung bei, wie das um die drei vorderen Wildparkseen.

 

Pfaffensee und Neuer See bedecken Flä-chen über 5 Hektar, der Bärensee 4,1 ha. Obwohl die Seen (Flachseen, Weiher) durch den Menschen geschaffen wurden, sollten sie nach über 400 Jahren Entwick-lungszeit - wie im Fall des Pfaffensees - besser geschützte Lebensräume1 sein.

 

Der Rotwildpark - nicht aber die Seen - sind FFH-Gebiet.

 


 

Die Stadt Stuttgart ist vollständig auf Wasserlieferungen aus weit entfernten Regi-
onen (Bodensee & Donauried) angewiesen. Seit Jahrzehnten gelangt salzhaltiger Straßenabfluss (Jährl. Ausbringungsmenge Streusalz ca. 5t/Straßenkilometer) un-
mittelbar in die Seen und verändert deren Chemismus und Artenzusammensetzung.

Der Forstdirektion ist dies seit Jahrzehnten bekannt. Der Stuttgarter Rotwildpark und die Seen liegen in einem Wasserschutzgebiet höchster Schutzkategorie (Zone I & II).


Nachhaltigkeit bedeutet nicht nur ein vages Zukunftsversprechen, sondern erfordert im Falle nicht-substituierbarer Wasserressourcen, transparente Interessensabwäg-ungen und eine Zuständigkeitsklärung zwischen zahlreichen Akteuren, die mit den Seen sektorale Bewirtschaftungs- und Nutzungsansprüche verbinden.

 

Die Stuttgarter Parkseen:
Ein einfacher Lackmustest zu Nachhaltigkeit, strategischer Kommunikation und Zu-kunftsfähigkeit einer Großstadt - bezogen auf die Ressource Wasser.

Max-Eyth-See (Stuttgart-Hofen)

Im Falle eines Umweltschadens  (z.B. Max-Eyth-See; Stuttgart) ist es immer wieder verblüffend, dass im Augenblick von Fischsterben, Blaualgenblüten u.ä. (...2015, 2018, 2019...) - davor ist ein See meist kein Thema - Zuständigkeiten verhandelt werden. Die Medien (z.B. Stuttgarter Nachrichten zum Thema) dürfen sich dann aus der Gemengelage noch die Sympathieträger (Opfer, Retter, Tierschützer, Gutachter, zerknirschte Bürgermeister, Kabarettisten) herauspicken.


Transparenz, Ernsthaftigkeit und Handeln nach bestem Wissen und Gewissen, ohne taktisches Kalkül, würden in Zukunft solche Erklärungsnotstände beim Eintritt bis-weilen unvermeidlicher Katastrophen ersparen. Ernsthaftigkeit setzt bei ökologischen Problemen fast immer die Einsicht voraus, dass es unter den gegebenen Bedingung-en keine ideale & sichere und bestenfalls eine kurzfristig einigermaßen plausible "Lö-sung" (d.h. noch nicht einmal wirksame) gibt. Eine Einsicht, die mit aktualistischer Berichterstattung und Partikularinteressen offenbar nicht in Einklang zu bringen ist und fast nie kommuniziert wird.

 

Der Druck aus öffentlich-medialer Betroffenheit (...Blaualgen sollen verschwinden, Fische nicht sterben...) führt zu unglaublichen Kapriolen und immer weiteren Aktivi-tätsrunden, selten zu einem zukunftsfähigen Umgang - miteinander und dem Phäno-men.  Nicht das Problem fehlender Handlungsoptionen, sondern einer nur rudimen-tär existenten Fehlerkultur2 und der verbreiteten Ingenieurs-Vorstellung, ein See wäre ein Aquarium - nur etwas größer.

Mag man sich bei der Frage, wie der Max-Eyth-See 'funktioniert' nicht mehr auf alle möglichen Verlautbarungen verlassen, kann man sich der Thematik gründlicher (z.B.
Scheffer & van Nes 2007Hupfer & al. 2013 u.v.a.m.) annähern und technische Mill-ionen-Maßnahmen und zukünftige mediale Berichterstattung beurteilen.

 
Die Technikoptimisten-Alternative:

Hoffen auf das THW, Belüftungstechnik und Fremdwasserzufuhr, kühle Jahre, Phos-phat-Fällungsmittel, verständige Partikular-Schutz-Verbände und genug Finanzmit-tel. Und nicht zuletzt: in Sauerstoff-kritischen Phasen viel Wind in den frühen Mor-genstunden.

Die Tatsache, dass im Gebiet zwar die kleinen künstlichen Weiher, wie etwa der Katzenbachsee, nach EU-Recht (Lebensraumtyp 3150 „Natürliche nährstoffreiche Seen“) Naturschutz genießen, nicht aber die drei großen Seen, versteht ein Laie nicht ohne Weiteres. Die Seen gehören der Netze BW, die Unter-haltung obliegt dem Tiefbauamt Stuttgart, das Fischereirecht dem Forst Baden-Württemberg, Pächter ist der Württembergische Anglerverein, für die Wasserqualität zeichnet das Amt für Umweltschutz Stut-tgart und für die Lebensräume das Regierungspräsidium Stuttgart verantwortlich (z.B. Stuttgarter Nachrichten 17.1.2020).  Bei so viel Teilverantwortungen gerät die Gesamtverantwortung für die einzi-ge, ohne größeren Aufbereitungsaufwand nutzbare Not-Trinkwasser-Ressource Stuttgarts, zwangsläufig aus dem Blick - seit Jahrzehnten.

 

2

Die Erstreaktion des Gewässerschutzes (in Stuttgart vertreten durch das Tiefbauamt), besteht, neben  technischen Sofortmaßnahmen, meist in der Herausgabe informativ-schmerzfreier Farbbroschüren

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