Limnoterra
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Torfmoose & Moor

Torfmoose (Sphagnum) gehören zu den wichtigsten Torfbildnern. Es wird eine kleine Arten-Auswahl aus den Sektionen Acutifolia, Cuspidata, Sphagnum und Squarrosa gezeigt.

 

 

Die Variabilität der Arten wird am Beispiel von Sphagnum nemoreum (= S. capillifolium; obere Reihe) deutlich. Bei den folgenden Arten zeigen die Bilder die Gesamtansicht, Bündel (Faszikel) und Stammblätter, wie sie mit der Lupe erkennbar sind.

Moore atmen

Anstieg von Kohlendioxid über dem Schwenninger Moos im Verlauf der Nacht.

 

Auch Pflanzen der Moore nutzen das Kohlendioxid der Luft CO(400 ppm), um damit zu wachsen. Da Moore bekanntermaßen nass sind, gerät das ohnehin schwer zersetzbare Pflanzenmaterial (Schilf, Sauergrä-
ser, Torfmoose) unter Luftabschluss und wird nicht mehr abgebaut. So wird das von uns im Übermaß pro-
duzierte Kohlendioxid gebunden.

 

 

Bei Trockenlegung hingegen - über 90% der Moore Baden-Württem-
bergs sind trocken und zerstört - werden die Torfe wieder abgebaut und das gespeicherte Kohlendioxid freigesetzt.

 

 

 

Die Vorstellung eines riesigen Parkplatzes, auf dem Autos mit laufendem Motor jahrelang herumstehen, kommt diesem Zustand nahe. Wer will das schon?

 

Die Abbildung zeigt, wie sich im Schwenninger Moos bei Windstille in der bodennah-en Luftschicht die CO₂-Konzentration verdoppelt. Das Moor atmet! D.h. über degra-dierten Mooren herrschen über kurze Zeiträume Kohlendioxidkonzentrationen, die wir global hoffentlich nie erleben werden.

Verminderung von Kohlendioxid in der Atmosphäre

Torfstich mit Schilf-, Seggen und Sphagnumtorfen

Zur Bestimmung der CO2-Assimilation und Respiration von Torfmoosen, lässt sich eine von Limnoterra (1998) kon-struierte Messküvette einsetzen.

 

Hintergrund der Untersuchungen ist die komplexe Fragestellung, welche Sphag-num-Arten sich unter welchen Stand-ortsbedingungen stärker zur Verringer-ung des atmosphärischen Kohlendioxids eignen.

Unter geeigneten Bedingungen ist in intakten Mooren die langfristige Bindung von  << 1t Kohlenstoff pro Hektar und Jahr realistisch.

 

 

Bei einem jährlichen Höhenwachstum von 1 - 20 Millimetern (abh. von Torfmoosart) ist die Bildung von Trockenmasse und damit die Kohlendioxid-Bindung wenigstens 20 mal niedriger als die von Gefäß- bzw. Blütenpflanzen, wie etwa Schilf.

Dies liegt in ihrer (Moos)Morphologie und (Moos)Physiologie begründet. Die Bedeu-tung kompakter Torfmoosstrukturen liegt u.a. darin, den Wasserspiegel über das Bodenniveau anzuheben, wodurch darin gebildete bzw. gespeicherte Biomasse (Kohlenstoff) der Atmosphäre entzogen wird.

 

Eine angeschnittene (Bild s.o.) Torffläche hingegen, wird lateral entwässert und setzt mit dem nun erfolgenden Zutritt von Luftsauerstoff (und daher gesteigertem mikrobiellem Abbau) in höherem Maße Kohlendioxid frei, als sie zu binden vermag.

Bei der Google-Recherche stößt man häufig auf Aussagen wie "Im Mittel speichern Moore ca. 700 Tonnen Kohlenstoff je Hektar, sechsmal mehr als ein Hektar Wald...".

 

Leider hat dies nun garnichts mit dem aktuellen Speichervermögen der Moor-Vege-tationsdecke (die ja mit der Vegetationsdecke "Wald" verglichen wird) zu tun, son-dern ist das Ergebnis eines mehrere tausend Jahre währenden Prozesses der Torf-bildung. Die 700 t/ha sind also eher eine Warnung diese ja nicht freizusetzen, son-dern entsprechende Flächen zu vernässen, um den aeroben Abbau des Kohlenstoff-Speichers (s.o. Moore atmen) zu verhindern.

 

Was uns im Zusammenhang mit der Erderwärmung interessieren sollte, ist die Fra-ge, wieviel CO2 die jeweilige Moorvegetation der Atmosphäre aktuell zu entziehen und unter Luftabschluss dauerhaft zu binden vermag.

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