Limnoterra
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Bildergalerie Grünland

Wiesen und Weiden

„Nicht die Tatsachen verwirren die Menschen, sondern die Lehrmeinungen über die Tatsachen“ (Epiktet; Gams 1918).

 

„Ja, manche wechseln ihr Aussehen mit der Witterung so sehr, dass man sie in dem einen Jahre z.B. als 'Glatthafertyp', im nächsten dagegen vielleicht als 'Schwingeltyp' ansprechen müsste“ (Knoll 1932).

 

„Sobald wir sie uns genauer ansehen, erkennen wir, daß keine ganz der anderen gleicht“  (Ellenberg 1952).

 

„Außerhalb der Gesellschaftssystematik und von ihr unabhängig stehen die auf [...] Graswirtschaft zugeschnittenen [...] Wiesentypen“ (Braun-Blanquet 1964; S. 113).

 

„In gleichem Maße, wie das Ansehen der Vegetationskunde in den Planungsdiszipli-nen steigt, sinkt ihr Stern in der scientific community“ (Wiegleb 1986).1

 

„Erst eine mühevolle jahrelange und flächendeckende Arbeit, unterstützt durch die im Gedächtnis gespeicherte Erfahrung, kann schließlich zu einem benutzbaren System als Grundlage aller weiterführenden Fragestellungen führen“ (Oberdorfer 1988).2

 

„Die Pflanzensoziologie ist gegenüber dem Naturschutz in einer Situation, die vergleichbar der eines gewissenhaften Malers ist, von dem ein Gönner ein schönes Porträt kaufen will" (Gehlken 2000).

 

„Vorherrschende Pflanzenart der Salbei-Glatthafer-Wiese ist in der Regel die Aufrechte Trespe (Bromus erectus)...“ (Nowak & Schulz 2002).

 

„Lehren führen gewöhnlich nicht zu Einsichten, sie produzieren bloß Anhänger“ (Lütz 2015).

                                                  Grünlandanalysen

 

Gezeigt werden Detailaufnahmen von einhundert Wiesen (Weiden, Brachen) aus unterschiedlichen Naturräumen Südwestdeutschlands und der Schweiz, die in Abhängigkeit von Bewirtschaf-tung und Standort eine unterschied-liche Artenvielfalt - ausgedrückt als Anzahl höherer Pflanzen je 10m² - aufweisen.

Die Erhebungen wurden über Jahre hinweg und nicht zu einem bestimmten (Klassifikations)Zweck durchgeführt.

Ein anschaulicher Übungsdatensatz. Die Gesamtartenzahl beträgt 178.

 

Wozu können diese Daten verwendet werden?

Es lassen sich damit bestimmte Annahmen hinterfragen.3
Beispiele wären, ob es Indikatorarten, oder eine quasi natürliche Ordnung auf Basis der floristischen Zusammensetzung gibt.

 

Frage 1: Gibt es auf Wiesen Indikatorarten für Artenreichtum?
Der Datensatz wurde nach Artenreichtum je 10m² in drei Klassen eingeteilt; gering (bis 15 Arten), mittel (16-25 Arten), hoch (26-40 Arten). Mit Hilfe der INDVAL-Prozedur  (Präsenz-Absenz) wurden am reduzierten Datensatz4 insgesamt 36 Indikatorarten ermittelt. Davon sind die ersten zwanzig in der Tabelle (s.u.) gelistet. Weitgehende Übereinstimmmung der Ergebnisse besteht zur mit den Arten assoziierten 'floristic diversity' (Sheffield data; Grime & al. 1990).

 

Bereits vorhandene Ansätze zur Grünlandbewertung können durch die Berück-sichtigung der Indikatorqualität (INDVAL-Index; Signifikanzniveau) wissenschaftlich fundiert, verbessert und in Unkenntnis zukünftiger Vegetationsentwicklung flexibilisiert werden.

1   Wiegleb, G. (1986): Grenzen und Möglichkeiten der Datenanalyse in der Pflanzenökologie.
     Tuexenia 6: 365-377. Download als pdf.

2  Expertentum. Passend zum heutigen Lehrbetrieb an Universitäten und Hochschulen? 

3   Die Daten wurden weder repräsentativ (geeignete Stratifikation) noch völlig zufällig (randomisiert) erhoben,
     die Zahl der Untersuchungseinheiten ist gering und
die Resultate nur für die gewählte Flächengröße gültig.

4   Ein- bis Zweifach-Vorkommen. Seltene Arten sind zwar häufig gute Standortzeiger, auf Grund ihrer
     Seltenheit werden sie aber für die praktische Bioindikation kaum Bedeutung erlangen.

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