Limnoterra
Limnoterra

Bildergalerie Stuttgarter Wildparkseen

Die Stuttgarter Wildparkseen

 

Kaum ein Gebiet im Ballungsraum Stutt-
gart trägt so stark zur naturräumlichen Identifikation der Bevölkerung bei, wie das um die drei vorderen Wildparkseen.

Pfaffensee und Neuer See bedecken jeweils Flächen über 5 Hektar, der Bärensee 4,1 Hektar. Obwohl die Seen (Flachseen, Weiher) durch den Menschen geschaffen wurden, sollte es sich nach über 400 Jahren Entwicklungszeit - wie im Fall des Pfaffensees - um geschützte Lebensräume1 handeln. Der Rotwildpark ist FFH-Gebiet.

 


 

Die Stadt Stuttgart ist vollständig auf Wasserlieferungen aus weit entfernten Regi-
onen (Bodensee & Donauried) angewiesen. Seit Jahrzehnten gelangt salzhaltiger Straßenabfluss (Jährl. Ausbringungsmenge Streusalz ca. 5t/Straßenkilometer) un-
mittelbar in die Seen und verändert deren Chemismus und Artenzusammensetzung. Die Seen liegen innerhalb eines festgesetzten Wasserschutzgebietes (Zone I & II); sie dienen der Stuttgarter Notwasserversorgung.


Nachhaltigkeit bedeutet nicht nur ein vages Zukunftsversprechen, sondern erfordert im Falle lokaler Wasserressourcen transparente Interessensabwägungen und eine Zuständigkeitsklärung zwischen zahlreichen Akteuren, die mit den Seen sektorale Bewirtschaftungs- und Nutzungsansprüche verbinden.2


Das ist nicht einfach - lohnt aber.

 

Die Chloridbelastung der Stuttgarter Wildparkseen (Downloadbereich)
Plankton der Stuttgarter Wildparkseen Mikroskopische Arbeitsgem. Stuttgart e.V.

1 Die Tatsache, dass im Gebiet zwar die kleinen künstlichen Weiher, wie etwa der Katzenbachsee, nach EU-Recht
   (Lebensraumtyp 3150 „Natürliche nährstoffreiche Seen“) Naturschutz genießen, nicht aber die drei großen
   Seen,
versteht ein Laie nicht ohne Weiteres.

   Die Seen gehören der Netze BW, das Fischereirecht dem Forst Baden-Württemberg, Pächter ist der Württem-       bergische Anglerverein, für die Wasserqualität zeichnet das  Amt für Umweltschutz Stuttgart und für die
   Lebensräume das Regierungspräsidium Stuttgart verantwortlich
 (z.B. Stuttgarter Nachrichten 17.1.2020).

   Bei so viel Teilverantwortungen gerät die Gesamtverantwortung für die lokalen Stuttgarter Trinkwasser-
   Ressourcen zwangsläufig aus dem Blick - seit Jahrzehnten.

2 Im Falle eines Umweltschadens  (z.B. Max-Eyth-See; Stuttgart) ist es immer wieder verblüffend, dass im
   Augenblick von Fischsterben, Blaualgenblüten u.ä. (...2015, 2018, 2019...) - davor ist ein See meist kein
   Thema -  Zuständigkeiten verhandelt werden. Die Medien dürfen sich dann aus der Gemengelage noch die
   Sympathieträger (Opfer, Retter, Tierschützer, Gutachter 1,2,3..., zerknirschte Bürgermeister, Kabarettisten)
   herauspicken.

   Transparenz, Ernsthaftigkeit und Handeln nach bestem Wissen und Gewissen, ohne taktisches Kalkül, würden
   uns in Zukunft solche Erklärungsnotstände beim Eintritt bisweilen unvermeidlicher Katastrophen ersparen.
   Ernsthaftigkeit setzt bei ökologischen Problemen leider fast immer die Einsicht voraus, dass es unter den
   gegebenen Randbedingungen keine Lösung (Problem der Verwaltung, die Probleme immer zu lösen hat) gibt.
   Der Druck aus öffentlich-medialer Betroffenheit, der die Entscheidungsträger zu unglaublichsten Kapriolen
   zwingt, führt zu einer weiteren Aktivitätsrunde, nie aber zu wirklich zukunftsfähigen Lösungen.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© 2004-2020 Limnoterra, Dr. H. Tremp