Limnoterra
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Bildergalerie Wasserpflanzen

Farne, Armleuchteralgen, Höhere Pflanzen

 

Die Bilderauswahl zeigt Wasserpflanzen, die in Fließgewässern und Seen (Meeren) Deutschlands vorkommen.

Die Präsenz der Arten in Fließgewässern hängt von den Eigenschaften des Gesamtgewässers (Hydrologisches Regime, Hart- oder Weichwasser) und dem Charakter der Gewässerabschnitte - vor allem von Licht und Strömung ab.

 

In Baden-Württemberg unterscheidet sich die Gewässerflora von Schwarzwald, Schwäbischer Alb und Oberrheinebene (Maßstab 'Region').
Sie unterscheidet sich weiter in Abhängigkeit des Abfluss- und Sedimentationsgeschehens (MS 'Teilfließgewässer').

 



Hier wiederum wechselt die Artenzusammensetzung zwischen stark und langsam strömenden, bzw. sonnigen und stark beschatteten Bereichen (MS 'Gewässerab-schnitt'). Brücksichtigt man die Skalen-Abhängigkeit, können Wasserpflanzen bioindikativ - z.B. Nährstoffeintrag - genutzt werden.

 

Dieses räumlich skalierte Konzept unterscheidet sich nicht unerheblich von der Aussage des Informationsportals zur Bewertung der Oberflächengewässer gemäß Europäischer Wasserrahmenrichtlinie
"Makrophyten indizieren als integrierende Langzeitindikatoren v.a. die strukturellen und trophischen Belastungen an einem Standort".

 

Veröffentlichungen

Wasserpflanzen und Sediment

Der Schwaden des Nussfrüchtigen Wassersterns hat Feinsediment (Sand/Schluff) angereichert. Die umliegende Sedimentfraktion entspricht Kies bzw. Stein.

In Fließgewässern hat der Boden (das Sediment) für das Pflanzenwachstum einen anderen Stellenwert, als bei Landpflanzen, da Wasserpflanzen während ihres Wachstums die Sedimentationsbedingungen an ihrem Standort kontinuierlich verändern.

Im Jahresverlauf verbessern Wasser-pflanzenschwaden ihre Nährstoff-versorgung, indem sie Feinsediment anreichern - so lange bis die Schwaden an ihre gewässer-spezifische Entwicklungsgrenze stoßen und auseinanderbrechen.

 

 

 

 

 

Danach wird das Feinsediment schlagartig abtransportiert (Nährstoffpuls in Makrophyten-dominierten Fließgewässern). Dieses Phänomen ist wissenschaftlich nicht adäquat bearbeitet. Die Auffassung, Makrophyten wären Indikatoren für Sedimentbelastung, überwiegt.

Bewertung von Fließgewässern mit flutender Wasservegetation (Lebensraum-Typ 3260)

Viele Flüsse/Bäche sind durch starke Dynamik und Geschiebeführung (Abrasion) gekennzeichnet. Sind sie häufig getrübt und ist die umgebende Vegetation Wald oder Galeriewald, so finden sich lichtbedürftige Wasserpflanzen nur vereinzelt an Sonderstandorten.
Daher sind es bisweilen ausgesprochen naturnahe und dynamische Fließgewässer (Gewässerabschnitte), die das Erfassungskriterium der FFH- (Fauna-Flora-Habitat) Richtlinie „1%-Wasserpflanzendeckung” nicht, oder wenigstens zeitweise, nicht erfüllen. In solchen Abschnitten wachsen Wassermoose, Wasserflechten und benthische Algen.

Hingegen eignen sich die vergleichsweise moderat strömenden Gewässer der Oberrheinebene für eine kombinierte Klassifikation aus Wasserbeschaffenheit (Rheinwasser, Grundwasser, Mischwasser) und Wasserpflanzen-Vegetation, aus der eine Bewertung der Gewässer abgeleitet werden kann. Vollständige floristische Aufnahmen von 608 Gewässerabschnitten zwischen Breisach und Iffezheim (Rheinkilometer 223-357) bieten eine einzigartige Datengrundlage.

Zusammengefasst: Je dynamischer Gewässer sind, umso weniger eignen sich Gefäßmakrophyten (höhere Wasserpflanzen, Blütenpflanzen) zur Klassifikation und Bewertung. Ebenso gilt dies für nur zeitweise wasserführende Gewässer (temporäre Fließgewässer).
In Fließgewässern mit geringer Sohldynamik, ist die Wasserpflanzenbiomasse häufig eine Funktion von Besonnungsdauer und Wassertiefe (Volumenentwicklung). Die häufig vorgenommene "Quantifizierung" der Schätzstufen (sehr selten, selten, verbreitet, häufig, sehr häufig) nach y = x³ ist für flache Gewässer nicht gültig.

 

Bei Berücksichtigung des Kartiermaßstabes (mehrere hundert Meter) sollte für naturnahe Bäche die Ausweisung des LRT 3260 auch mit dem Kriterium „wenigstens abschnittsweise 1% Deckung (submers & Spritzwasserzone)“ oder „weniger als 1% Deckung (bei  best. Fließgewässertypen)“ möglich sein. Eine andere Vorgehensweise wäre, den LRT 3260 enger zu fassen.

Könecke, J. & Tremp, H. (1997): Aut- und produktionsökologische Untersuchungen an submersen Makrophyten in Kalkfließgewässern der Schwäbischen Alb. Deutsche Gesellschaft für Limnologie (DGL). 477-481.
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