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Dr. H. Tremp
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Impulse für Ökologie

Ökosysteme sollen gefälligst ihre Arbeit tun!1


Mehr CO2 binden,

sauberes Wasser bereitstellen,
ein nettes Umgebungsklima
und natürlich Artenvielfalt.

 

Mehr sehen,
Bildern misstrauen

und schon gar keine erfinden.

 

Vor allem produziert gute Wissenschaft Nichtwissen und stellt z.B. fest, daß etwas auf diese oder jene Weise (oder auch überhaupt) nicht zu erreichen ist(Hard 1997).

In der Googlewelt ist Umwelt grün und strahlend blau.

Ökologie ist komplex, sperrig und auch widersprüchlich.

Die Übersetzung ihrer Erkenntnisse in wirksame Maßnahmen anspruchsvoll.


 

 

 

 

 

Etwa wie Jura, Baustatik & automotive Lenkungssysteme. Solche Fachinhalte überlassen Politik, Medien und Öffent-lichkeit, berechtigterweise und gerne, Experten. Inhalte sind dabei relevant
- Expertinnen notwendig.

 

 

 

Ökologie - nachgeordnet Natur- & Umweltschutz - funktioniert anders.

 

Hörensagen, Meinung, Lehrmeinung, ungeordnete Fakten existieren widerspruchs-los nebeneinander, überlagert von Verlautbarungen der Medien, politischen News-rooms sowie Werbe- und Presseagenturen.

Ökologie erscheint nach

  • jahrzehntelanger (anhaltender) inhaltlicher Marginalisierung
  • plötzlicher Betroffenheit - wer nähme ihre Aussagen heute nicht irgendwie ernst?
  • und - nicht selten - völliger Beliebigkeit in der Sache (anything goes)

bisweilen als reine Leerformel.

 

In diesem Umfeld fehlt zur Manipulation, angesichts institutionellem (politisch-wirt-schaftlich-wissenschaftlich) Erfolgszwang, oft nur ein kleiner Schritt. Die Fokussier-ung öffentlich-medialer Aufmerksamkeit auf reine Gefühlsthemen zählt dazu.

 

Nachfolgend zwei völlig harmlose - zur Kennzeichnung eines Massenphänomens dienende - Beispiele. Hilft hier noch Medienkompetenz?

Solche Maßnahmen, Bilder und Texte sind reine „Wohlfühlökologie“ (Wolfgang Ha-ber). Inhalte, die trivial bebildert - oft sachlich falsch - sind, aber professionell Emo-tionen ansprechen. Nicht ohne Grund plädiert der genannte Autor für aufgeklärte Bildung nicht »Ein«bildung. 

 

Selbst Ministerien und Fachbehörden (an dieser Stelle Beispiele aus Politik/Werbung anzuführen, erübrigt sich) neigen dazu, Umweltdaten zu emotionalisieren, als wären diese ohne „Färbung“ nichts wert, oder gar zu verstehen.

Es scheint, als hätten die für virtuelle Politik zuständigen Berater & Multiplikatoren ganze Arbeit geleistet. Endlose Farb-Broschüren-Produktion und aufgeregtes Ringen um Deutungshoheit, statt die wenigen wichtigen mit der notwendigen kritischen Distanz getroffenen Abwägungen konsolidiert und koordiniert in die Öffentlichkeit zu tragen.

 

Zeitungsartikel Stuttgarter Mooswand 2015 - 2019. Fühlen Sie sich informiert, oder eben unterhalten?

Qualifizierte pluralistische Einschätzung ökologischer Sachverhalte bedarf leider mehr, als den gesunden Menschenver-stand und ein dazu passendes wissen-schaftliches Statement.

 

 

 

 

 

 

Jede Info umfasst eine bis drei Textsei- ten und erfordert 5 bis 10 Minuten Zeit,
bietet aber mehr Fakten & Zusammen-
hänge, als etwa 40  Pressemeldungen (zu Info I) plus andere Verlautbarungen.

 

 

 

 

Im Falle fehlerhafter Angaben bei Informationen und Faktenchecks freut sich Limno-terra über das Korrektiv kritischer Leserinnen & Leser und bessert umgehend nach.

Alle Betrachtungen beziehen sich auf Institutionen - nie auf Personen.

Info I. Lösen Moose Feinstaub-Probleme in Städten?
Absorbieren Moose Feinstaub? Ja! Zudem ist die vertikale Begrünung in Städten eine wichtige Zukunftsaufgabe. Mehrere Hersteller von Mooswänden bedienen sich allerdings Informationen, die wissenschaftlich nicht haltbar sind. Eine einfache Sensitivitätsanalyse zeigt, wie weit Anspruch und Wirklichkeit auseinanderliegen. An der Stadt der Zukunft zu arbeiten, bedeutet nicht, Politik & Verwaltung nur Visionen zu verkaufen.

Are bryophytes able to absorb atmospheric particulate matter?
Yes, in any case! And further there is an absolute necessity for vertical greening of cities. But manufacturers information about benefits of several square meter moss-wall are not scientifically sound. An easy to understand sensivity analyses shows discrepancy between claim and reality.
Limnoterra_Moose_Feinstaub_2019.pdf
PDF-Dokument [210.9 KB]

 

Entscheidungsträger (parteiunabhängig) werden fachlich und neutral unterstützt.

 

Für die Themen grüne Infrastruktur, Luft-belastung und Klima gibt es dafür Politik-beratung, Umweltausschüsse, Stadtklimato-
logie, -biologie und 
Fachjournalismus.
 

 

 

 

 

 

Leider Fehlanzeige!

 

Eine dichte Packung des nach Bundesarten-schutzverordnung  und EU-FFH (Anhang V) geschützten Weißmooses (± abgestorben), an der belastete Luft vorbeistreicht, wie an einer Hauswand.

 

 

 

 

 

 

 

Preisgekrönte (wikipedia) technische Inno-

vation2 und 1,9 Millionen EU-Förderung.

 

Die Presse, Bundesministerien (BMBF und BMWi), selbst Wissenschaftssendungen bei denen Recherchearbeit noch zum Handwerk gehören sollte, wie Galileo, SWR2, oder der Deutschlandfunk titeln „mit der Power von 10 Bäumen“ oder „Citytree erzeugt Fisch-luft“.

 

 

 

Sie übernehmen3 die laufend angepassten Herstellerangaben zur Moos-Wunderwelt, ohne sich mit  grundlegenden Eigenschaf-ten dieser Abteilung des Pflanzenreichs auseinanderzusetzen.

 

Die Unzulänglichkeit der Produktwerbung und sämtlicher Berichterstattung liegt in dem Glauben, dass das, was innerhalb weniger Minuten im Labor-Glaskolben gemessen wurde, auf den Realbetrieb (Moosaktivität im Tages-/Jahresverlauf) hochskaliert werden könnte, was in der Biologie/Ökologie - Lebewesen sind keine Filtermatten! - nicht funktioniert.

 

Nur ist der Wunsch nach grüner Innovation in der Gesellschaft mittlerweile so stark, dass  die entscheidende Frage, in welcher Größenordnung reaktiver Stickstoff/ Feinstaub durch das Produkt aus unserer Atemluft verschwindet, gar nicht erst gestellt wird. Warum auch, nach der Eingangsbotschaft Citytrees, so gut wie 275....oder wenigstens 10 Bäume“. Dies ähnelt dem weit verbreiteten Umgang mit Kindern, deren Fragen man nicht beantworten will/kann.

Sehr smart. Nie war es leichter, gute - mit 1/5 weniger Corona-Viren - Luft & ein stabiles Netz zu bekommen.

 

Investitionen in die Zukunft.

 

Die Herausforderung der nationalen Bioöko-

nomie „Potenziale...innerhalb ökologischer Grenzen zu erkennen und erschließen“, sollte ernsthaft angenommen und nicht an einen grünen Markt, der jegliches Wunsch-denken bedient, delegiert werden.

 

Einmal mehr lässt dieses Beispiel die schon traditionelle Ökologie-Blindheit technisch-wirtschaftlich orientierter (Bioökonomie-) Fördergremien durchscheinen.

 

Mooswände leisten zu diesen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen einen wesentlichen Beitrag (KfW-Stories).
Grenzwerte - Immissionsminderung - Kosten - Vision.

Ergänzung zu Info I

 

Auffällige Parallelen (zu Mooswänden), wie Millionen an EU-Förderung für eine wissen-schaftlich nicht plausibilisierte Technik,  gaben Anlass für die folgende Betrachtung. 

 

Die Grafik zeigt alternativ zu kollabierten Mooswänden eingesetzte technische Maß-nahmen, um EU Grenzwerte auf einem Stuttgarter Straßenabschnitt einzuhalten.

23 Filtersäulen, ganz ohne Moose, scheiden Feinstaub & Stickoxide aus der Atmosphäre ab. Die modellierte Minderungs-Effizienz nach Herstellerdaten beträgt 10%.4


 

 

Auf einen Simulationswert von 5-10% Feinstaub (PM 10) Minderungs-Effizienz am Neckartor kommt auch eine 2,50 Meter hohe (Passiv)Mooswand mit etwa 4 m² Moosfläche (MoosTex von Züblin/Helix/DITF). Auch diese Hersteller beziehen sich auf die gleichen fragwürdigen  Grundannahmen wie die Hersteller der Citytrees (siehe Info). Mit Einsatz von Moosen hätte sich die Fa. Mann & Hummel demnach einen Luftdurchsatz von 14.500 Kubikmetern pro Stunde je Kubus-Filter sparen können. 

 

Der Kampf von Don Quijote gegen Entropie. Städtische Luftverschmutzung beruht auf ei-nem Emissions- und keinem Immissionsproblem (hörenswert dazu SWR2).

Info II. Die Stuttgarter Wildparkseen. Nachhaltigkeit und Grenzwerte
Wie steht die Stadt Stuttgart eigentlich zu ihren lokalen Trinkwasserressourcen?

Damit ist weder Bad Cannstatter Mineralwasser im Zusammenhang mit dem Projekt Stuttgart 21 gemeint, ebenso wenig der Bodensee, oder Wasser aus dem Donauried.

Das Beispiel Stuttgarter Wildparkseen zeigt, wie schwierig es ist, Nachhaltigkeit im deutschen Wassersektor konkret werden zu lassen. Der permanente Eintrag von Straßenablauf in ein Wasserschutzgebiet - Stuttgarts einzige lokale Trinkwasserres-source - ist seit Jahrzehnten kein Thema. Mit Gewässerschau & Saprobiensystem sind entsprechende stoffliche Belastungen nicht zu erkennen. Auch der Blick vom Stuttgarter Kessel hoch zum Rand ist meist verklärt.
Limnoterra_Grenzwerte_Chlorid_2019.pdf
PDF-Dokument [109.6 KB]

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der über den natürlich anmutenden Bern-hardsbach mit Auftausalzen belastete Stuttgarter Bärensee.

Info III. Wie ermittelt man zuverlässig Indikatorarten?
Ökologische Zeigerwerte, Indikatoren für Gewässer- und Luftbelastung, Zeiger für den Klimawandel - kaum eine Pflanzenart, die dem Anwender nicht Hinweise auf bestimmte Umweltzustände geben soll.
Der Nachteil: Es handelt sich um reine (Experten)Einschätzungen. Eine empirische Überprüfung fehlt meist ebenso, wie Angaben über die Güte des Indikators. Eine Indikatorarten-Analyse hilft.
Limnoterra_Indikatorarten.pdf
PDF-Dokument [197.6 KB]

 

Bei Berechnungen von Bestandeszeiger-werten (Ellenberg et al. 1992) ist zu be-rücksichtigen, dass die jeweiligen Pflanzen-Zeigerwerte untereinander hoch korrelieren.

Besonders betroffen sind folgende:


Stickstoff/Feuchte       (rSP =    0,40)

Stickstoff/Licht            (rSP =  - 0,37)

Feuchte/Temperatur     (rSP = - 0,21)

rSP: Spearman Rangkorrelations-Koeffizient

Dies gilt ebenso für Bestandes-Werte,
nur in meist schwächerem Maße.

 

 

 

Interpretationen auf der Basis solcher Berechnungen im Zusammenhang mit Vegetations-, Klimawandelmonitoring, oder Bestimmung von Stickstoff-Grenzwerten sind daher nicht zwangsläufig schlüssig. Während Vegetationsdaten in Fülle vorliegen, fehlen - immer schon - unabhängige Standortdaten, die aus der "Sicht (Relevanz)" der jeweiligen Artengruppe (Epiphytische Flechten ≠  höhere Gefäßpflanzen/Wiese ≠ Baumschicht/Wald) zu erheben sind. Hochredundante Daten aus Klima-Modellierungen in ungeeignetem Maßstab und ohne weitere Standortbezüge erweitern unser Verständnis vegetationsökologischer Zusammen-hänge kaum.

 

Beispiel zur Ermittlung von Indikatorarten für Artenreichtum im Grünland.

Polemik I. ArtenkennerInnen im 21. Jahrhundert
Über Dekaden von bürgernahen Politikern als Blümchen- und Käferzähler belächelt, „wissenschaftlich diskret“ abserviert (...kein Renommee fürs Uni-Ranking), in unbe-
darften Beiträgen (...es summt und brummt im Streuobstland) noch geduldet, ge-
gängelt (aber Experten!), ermahnt, sich doch einfacher auszudrücken (...niemand versteht sie), fließen nun Krokodilstränen um die Letzten ihrer Art.

Hat sich etwas geändert? In Baden-Württemberg eingesetzte Haushaltsmittel wurden erhöht, zuvor geschleifte Stellen „neu“ besetzt. Die - nimmt man absehbare ökologi-sche Veränderungen ernst - dringend gebotene Professionalisierung, Anerkennung und Verstetigung eines (selbst)kritischen Natur- und Umweltschutzes ist kein Thema. Stattdessen Inszenierung und Initiativenflut.
Limnoterra_Artenkenner_2019.pdf
PDF-Dokument [153.8 KB]

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Artenkennerinnen5 retten nicht die Welt

(das machen Genomik, Nanotechnologie, KI), wissen aber meist, von was sie reden.
Und Sie dürfen in güner und strahlend blauer Umgebung (s.o.) arbeiten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sind nicht zehntausende BiologielehrerInnen ArtenkennerInnen in spe, die Artenkenntnis praktisch vermitteln würden, gäbe es dafür ein Zeitkontingent?

Beispiel BISA (Biodiversität im Schulalltag).

 

COVID-19 als Chance für (Wieder)Etablierung biologisch-ökologischer Fachinhalte "life-off-line" in der Schul-Nahumgebung, mit Sicherheit(sabstand) in frischer Luft. Das Thema ge-hört auch deshalb an die Schulen, damit Kinder, die in wenigen Tagen 100 Arten - etwa der Inhalt der gezeigten drei Faltblättchen - lernen, ihren Eltern die neuerworbenen Kenntnisse vermitteln könnten. 

1

Immerhin erklärten die Vereinten Nationen (nach der Dekade der Biodiversität) - 2021-2030 zur Dekade der Wiederherstellung von Ökosystemen.
Maximus Decimus Meridius (Russel Crowe) schlägt seine Schlachten (Gladiator; Robin Hood) wie nach ihm Ragnar Lothbrok (Vikings), William Wallace (Braveheart) oder Harry Potter in denselben Fichten- und Kiefern-Altersklassenforsten des 20./21. Jahrhunderts.
Druck- und Internetmedien, 
Parteien, Kirchen und öffentliche Einrichtungen greifen meist ebenso wahllos auf glatte Ästhetik getrimmte Bilderagentur-Produkte zurück. Gleichzeitig mit den Bildern werden die teils unsäglichen Vorstellungen von wilder Natur übernommen. Ob mit solchen schrägen Bildern im Kopf nicht auch das Denken in Schieflage kommt?

 Hard, G. (1997): Was ist Stadtökologie? Argumente für die Erweiterung des Aufnahmehorizonts ökologischer Forschung. Erdkunde, 51. 100 - 113.

 

2

Es geht nicht darum, Startups  Forschungsinstitute und größere Bauunternehmen zu demoti-vieren, oder bloszustellen. Ein jeder darf Fördermittel einwerben und verkaufen was er will. Wer auf Wissenschafts-Mythen setzt, befindet sich zudem in bester Gesellschaft und bleibt jahrelang auf dem Markt. Auch in den nächsten Jahren werden Citytrees verkauft werden. Schon deshalb, weil dadurch Handeln ohne echte Konsequenzen (greenwashing) für Stadtver-waltungen und Firmen bestechend einfach wird. U.U. werden sie in Zukunft sogar im CO2-Emissionshandel monetarisiert.
Aber, wieviel Vertrauen in innovative biologisch-technische Problem-Lösungen und Fachexper-tise sind hippe Unternehmer/Gutachter (Verdienst), Wissenschaftler (Forschungsmittel) & 
Politiker/Journalisten (Öffentlichkeit) bereit zu verspielen? Offenbar hat jeder etwas zu ver-lieren, wenn solche Produkte nicht gehypt werden. Fragen wie „was sind die Kollateralschä-den/was sagt das über unsere Handlungsfähigkeit bzgl. Luftbelastung und Klimawandel?“ stellen sich nicht.
Als unabhängige Gutachter firmierten auf der Hersteller-Website noch bis vor kurzem das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und der TÜV-Nord (Firmen & Sponsoren). Leuchttürme der Solidität.

 

Ein Amsterdamer Ingenieurbüro führte 2019 eine Wirkungssimulation von acht City Trees auf Basis der Herstellerangaben durch (keine Wirkung) und leistete das, was Aufgabe der Hersteller, Förderinstitutionen, Fachbehörden oder Universitäten gewesen wäre, zumal öffentliche Mittel fließen und der öffentliche Raum damit zugestellt wird.
Warum die schon immer in städtischen Scherrasen wachsenden Moose weniger Stickstoff-
verbin
dungen aufnehmen (Sedimentation) und verstoffwechseln sollten, als die nicht-adap-tierten Moose auf vertikalen Trägermodulen, die zudem die Durchlüftung in der Stadt behin-dern, bleibt unklar, da innovative Hersteller sich mit Existierendem nicht beschäftigen - es nicht sehen - von kennen ganz zu schweigen.

Eine wissenschaftliche Publikation und aussagekräftige Daten über Wirksamkeit und - nicht vollständig auszuschließender - Praxistauglichkeit, wäre der richtige Weg aus dem Mooswand-dilemma, welches durch mantraartige Berichterstattung (Aufgabe von Medien ist nicht nur die
Verbreitung & Vervielfältigung von Nachrichten) am Flackern gehalten wird.
Anscheinend ist n
iemand bislang in der Lage, diesen selbstverständlichen Nachweis zu erbrin-gen. Stattdessen der permanente Verweis auf realitätsferne, unzulängliche - von Fördergre-mien und Käufern nicht einschätzbare - Laborexperimente. Wenn ökologische Wissenschaft sich bei biologisch-technischen Fragen vornehm (die Niederungen der Geschäftswelt) zurück-hält und grüne Heilsversprechen auf unbedarfte Politik und Verwaltung trifft, bleibt es Künst-lern wie Gerd Schinkel) vorbehalten das Phänomen zu entzaubern.
Noch verstehen selbst Kinder seine rhetorische Frage „Gibt's für Bäum
e denn Ersatz?“.
Demnächst werden sie wohl darauf antworten, „ja, Citytrees“.

 

3

Vielleicht ein Hinweis darauf, dass vielen RedakteurInnen oft die nötige Zeit fehlt, hinter Ku-lissen zu blicken. Gerade im Falle fehlender Transparenz sollten sich öffentliche Medien gegen Vereinnahmung durch Wirtschaft und Politik wehren. Artikel sind dann eben nicht mehr exklusiv und brandaktuell, dafür fundiert und lesenswert.

 

4

Abschlussbericht der Fa. Mann & Hummel an das Verkehrsministerium Baden-Württemberg.
Eine messtechnisch aufwändige Kampagne, bei der Konzentrationsunterschiede NO2/PM10 im Bereich weniger Mikrogramm/m³ in der bodennahen Luftschicht nachzuweisen waren.

  • Waren die Mess-Sonden, die nur wenige Meter von den Filtersäulen mit einem Volumen-strom von 14.500 Kubikmetern/Stunde entfernt standen, außerhalb deren Einflussbereich
    und lassen sich mithin die Ergebnisse als Umgebungswerte bezeichnen? Falls nicht, was bedeuten die politisch propagierten und medial kolportierten Messwerte für NO2/PM10 dann eigentlich? 
  • Die Mittelwertvergleiche - ohne Filteraktivität vs. mit Filteraktivität - beruhen auf einer hohen Zahl (n) An- und Abschaltzyklen. Bei derart hohen Freiheitsgraden (z.B. NO2: 3245) wird fast  jede Paardifferenz irgendwann statistisch signifikant. Wurde die Zahl der Messzyklen vor Versuchs-beginn festgelegt, oder so lange gemessen, bis das gewünschte Signifikanzniveau schließlich erreicht war?

Es bleibt die Frage an das Ministerium für Verkehr und die Stadt Stuttgart zur Aussagefähig-keit der Untersuchungen, aber auch hinsichtlich der Relevanz der Ergebnisse angesichts des Aufwandes, Schadstoffwerte entlang eines kurzen kanalartigen Straßenabschnittes um weni-ge Mikrogramm abzusenken. Bei allem Respekt für innovative Technik - ab einem gewissen Punkt, der erreicht ist, fängt man an die Atmosphäre zu filtern - sollte über Geld-Verbrenner nachgedacht werden.


Zweifellos wurde das politische Ziel zu 100% erreicht, wenn etwa die FAZ den Vorgang als Er-
folgsgeschichte bezeichnet. Wie bei den Citytrees erfolgte eine EU-Förderung in Millionenhöhe und das Produkt ist als Exportschlager gesetzt.

  • Auto Motor Sport (Stuttgart) vergibt den silbernen Preis
  • Politik gratuliert sich erwartungsgemäß selbst
  • Die Haltung von Fachbehörden - nichtöffentlich

Europäischer Gerichtshof (Juni 2021): Nach EU-Recht haben deutsche Entscheidungsträger jahre-lang zu wenig getan, um die Bevölkerung vieler Städte (u.a. Stuttgart) vor dem Luftschadstoff Stick-stoffdioxid zu schützen.

 

5

Sind nicht zwangsläufig Artenretter.

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