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Dr. H. Tremp
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Agri-Photovotaik und Vegetation

 

Der Ausgangspunkt

 

  • Politik und Gesellschaft müssen Dekaden Entwicklungs- und Umsetzungsflaute im Energie & Mobilitätssektor aufholen
  • Organisationen technischer Forschung und neue Kompetenzzentren für Naturschutz
    und Energiewende erklären wo es langgeht
  • Naturschutzverbände können es sich nicht leisten, in zwischen Umwelt- vs.Naturschutz zerrieben zu werden und ducken sich unter die Fittiche der Politik - oder weg
  • Wissenschaft kann nicht anders. Sie muss um zu überleben hohen Forschungsbedarf in wirtschaftlich relevanten Forschungsfeldern anmelden1

 

 

Die Utopie

 

Auch wenn beide Technologien nichts gemein haben, gleichen sich Art- und Weise ihrer Einführung.

 

Die Gesellschaft entscheidet zur Ab-wechslung einmal als informierter Sou-verän und muss im Nachgang keine Volksentscheide zu Biodiversitätsverlust und und Bienensterben bemühen.

 

 

 

Vielmehr erkennt sie in ihrem eigenen Energiehunger und in der an Kulturland-schaft völlig desinteressierten Wirt-schaft die entscheidenden Treiber bei der Gestaltung der zukünftigen Techno-Natur-Landschaft.

 

 

 

 

Wie geht Umweltdialog?

 

Echter Umweltdialog heißt, eine ungeschönte Gesamtrechnung aufzumachen, wo-nach klar wird, mit welchen Verlusten bzw. nachteilig umgestalteten Offenland Le-bensräumen unsere Energieautarkie erkauft wird.

Die Wirtschaft sieht sich natürlich einem plötzlichen (?) und mittelfristig zunehmend stärkeren Anpassungsdruck ausgesetzt und reflektiert daher Betroffenheiten aus dem eigenen Verhalten selten. Ökonomie und Politik sehen zunächst nur das wirt-schaftlich relevante. Ökologie wird nicht mitgedacht.

Das besorgen im Nachgang dann Ausschüsse.


Die Geschichten von Winwin und Mehrwert in einer Welt begrenzter Ressourcen und Überbevölkerung sind im Grunde auserzählt. Warum sie immer noch verfangen, liegt an ihrem märchenhaften Charakter.

 

Mutige und vernetzt denkende Politiker, Ingenieure und Wissenschaftlerinnen, die Technologien nicht einfach 'disziplinär durchwinken' wären  - und waren schon im-mer - gefragt. Leider werden auch heute wichtige und kritische landschaftsökolo-gische Fragen nicht einmal mehr gestellt.

 

 

Dass im ländlichen Raum erstmalig der Mensch mit der Vegetation um den Fak-tor Licht konkurriert, wird wegen der öff-entlich ausschließlich geführten Mach-barkeitsdiskussion nicht antizipiert.

 

 

 

 

 

 

 

Genau besehen handelt es sich dabei (Größenordnung) um ein in der Mensch-heitsgeschichte völlig neues Phänomen.

 

 

 

Finanzielle Förderung von AgriPV zielt fast ausschließlich darauf, die Einsatzbereiche von Photovoltaik auszuloten und auszureizen. Und natürlich besteht Ingenieurskunst darin, zu entwickeln und bestimmt nicht darin Vorbehalte zu sammeln.

 

Daher zeichnet sich der breite Forschungsstrom vor allem dadurch aus, dass man erkannte nachteilige Effekte - ein Forschungs-Nebenprodukt gewissermaßen - ignoriert. So war es auch zu Sturm- und Drangzeiten der Kernenergie-Forschung. Ein Leichtes, bestehende Probleme, etwa das der Endlagerung, oder der Kommuni-kation zum Restrisiko, zu egalisieren.

 

Dies geschieht über alle Wissenschaftsdisziplinen hinweg.  Besonders kurios, wird es etwa, wenn Ingenieure/Techniker anfangen, biologische Unbedenklichkeitsargumen-te zusammenzuklauben, zu denen sie weder einen Zugang haben noch etwas davon verstehen.2

Da es kaum mehr Landschaftsökologen gibt, übernehmen das die Anlagenersteller, was einen erheblichen Kostendämpfungseffekt nach sich zieht. Schon wieder eine Winwin-Situation, wonach sich die zuständigen Minister und Staatssekretäre im Mi-nisterium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg vor Begei-sterung geradezu überschlagen dürften.

 

Universitäten, privatwirtschaftliche Forschungsinstitute, Umweltschutzverbände, vie-le Wissenschaftsdisziplinen, sehen sich in der PV-Förderkulisse unbedingt verpflich-tet, vor allem die eigene Disziplin ins rechte Licht zu rücken.

 

 

Etwas gelangweilte PV-Schafe.

Einschlägige Veröffentlichungen des Pflanzenbaus vermelden, dass Weizen von PV-Modulen beschattet werden muss, um Hitzeschäden zu vermeiden.

 

 

 

 

 

 

 

 

Tierhalter propagieren kleine Schaf-rassen, die besser unter die Module passen.

 

 

 

Das derzeitige Wohlfühlnarrativ lautet etwa so:
Wir haben nun die Möglichkeit, Strom, Lebensmittel und Artenschutz auf einer Flä-che zu realisieren. Außerdem machen Verdunstungsschutz und Bewässerung Land-wirtschaft unter PV in Zeiten des Klimawandels besser technisch handhabbar.

 

Positiv denken wird in Krisenzeiten Staatsräson.

 

Die ökologische Bedeutung einer eingezäunte Photovoltaikfläche, die Vegetation womöglich Herbizid-behandelt, entspricht der eines Fußballplatzes.

Warum geht es nicht differenzierter, ehrlicher - v.a. anders als gestern?

 

Alles was (Sonnen)licht braucht, braucht Platz!

Es versteht sich von selbst, dass PV-Module nicht auf ertragreiche Böden gehören. 

Grenzertragsflächen sind hingegend häufig von hoher Relevanz für den Artenschutz.

 

Unter PV-Modulen 

 

- erhält sich kein artenreiches Grünland

- verringert sich Insektenvielfalt

- gelingt keine Netto-CO2-Bindung auf Moorstandorten

- bleibt Seegrund (Baggerseen) unbewachsen

- kommt es zu Ertragseinbußen bei allen Getreidearten

 

 

Dies wären fünf Hypothesen für Forschungsvorhaben, die von wissenschaftlichen Einrichtungen nur noch ausgewogen falsifiziert (weggewogen) werden müssten.6  Bislang liegt der Fokus der Beurteilung von Agrivoltaik bei den ökonomischen Para-metern (Pflanzen)Massen- & Energieertrag unter Berücksichtigung des globalen Er-wärmungspotentials.

 

Wie Natur- bzw. Biodiversitätsschutz hier einzupreisen sind, ist weder klar, noch be-rührt es uns in krisenhafter Zeit.

 

Begleitforschung  hinsichtlich der Bewertung von Agri-PV des Bundesamtes für Naturschutz endet 2028. Bis dahin dürften die meisten Anlagen dann auch stehen.

1.

Falls hier der Eindruck entsteht, Limnoterra wäre unbeirrbar innovationsfeindlich, der schaue sich
die erste Photovoltaikanlage auf einem 300 Jahre alten Mehrfamilienhaus in der historisch geschüt-
 zten Altstadt Herrenbergs an. 
 Umgekehrt wurden wirtschaftshemmende Forschungsfelder - Ökologie allgemein - in den letzten
  Jahrzehnten weitgehend egalisiert. Fragen von Unabhängigkeit ggü. Folgeprojektfinanzierung ist
  an Universitäten und Fachhochschulen kein Thema.

 

2. 

So dürfen Förder-Anträge natürlich nicht gestellt werden. Auf die Frage, ob PV-Anlagen ökologisch wertvolle Flächen zerstören, lieferte die Fraunhofer-Gesellschaft bereits die Antwort „Nein, ganz im Gegenteil, gewöhnlich fördern sie die Renaturierung“.  Biodiversität nimmt unter PA-Anlagen grund-säzlich zu, eingezäunte Solarparks sind gut für Bodenbrüter und sie fördern durch Beschattung die Wiedervernässung (als ob Wiedervernässung ohne Vegetationswachstum irgendeinen Sinn ergeben würde) der Moore.

 

Damit wären die Probleme des Natur- und Artenschutzes durch neue PV-Biotope gelöst.


Jetzt sind diese nur noch in einen Biotopverbund einzuplanen. Natürlich lassen sich neben PV-Anlagen, Blühmischungen ausbringen, Steinhaufen und Hecken anlegen. Ob diese Allzweck-Ausgleichsmaßnah-men in einer landschaftlichen Kontinuität stehen? Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) regt Begleitfor-schung an.

Dass Agri-Photovoltaik mit Kulturpflanzen wie Hopfen oder Roter Johannisbeere funktioniert, ist für einen Vegetationsökologen unmittelbar einsichtig, da der ursprüngliche Wuchsort dieser Arten Wälder sind. Bei hochproduktiven flächen-bedeutsamen sonnen- und wasserhungrigen Kulturpflanzen dürfte das "Doppelte-Ernte-Credo" hingegen schnell an Grenzen stoßen. "Das Dreifach-Ernte-Credo" (+ Natur-schutz. Wer bietet mehr?) klingt einfach zu märchenhaft, als dass in einer Zeit dramatischen Biodiver-sitätsrückgangs dieser ausgerechnet durch Technologie, deren Zielorientierung unser Zukunftsbedürfnis ist, aufgehalten werden könnte.


Das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft zeigt gut nachvolllziehbare exprimentelle Studien,
wonach die Ertragseinbußen (Getreide, Kartoffeln...) lediglich bei ca. 10% anzusetzen sind.

 

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