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Biotope und Biotopkartierung

Warum wird kartiert?

 

Die Kartierung gesetzlich geschützter Biotope ist neben der Erfassung seltener Tier- und Pflanzenarten die wichtigste Aufgabe des Naturschutzes in Deutschland. Die auf morphologischen, geologischen und vegetationskundlichen Kriterien beruhende Klassifikation von Lebensräumen ist in Deutschland zufriedenstellend gelöst und praktikabel.

 

Die in bestimmten Zeitabständen erfolgende Wiederaufnahme der Biotope ist grund-legende Voraussetzung für die Bilanzierung (Gewinn/Verlust) wertvoller Lebensräu-me, dient daneben aber auch als Beurteilungsgrundlage für die Honorierung land-schaftsökologischer Leistungen sowie der Kompensationsverordnung. Auch eine Biotopverbundplanung wäre ohne Kenntnis entsprechender Datengrundlagen nicht möglich.

 

Nähere Informationen über die jeweilige Ausgestaltung der Offenland- und Waldbio-
top-Kartierung bieten zuständigen Ministerien und nachgeordnete Fachbehörden der jeweiligen Bundesländer sowie im Überblick das Bundesamt für Naturschutz (BfN).

 

 

 

Wie und was wird kartiert?

 

Biotope werden im Maßstab 1:5000 (lokaler Maßstabsbereich) kartiert, was im Falle einzelner Biotoptypen (Schmale Hecke, Trockenmauer) bereits an die Grenzen der Darstellbarkeit führt. Die Biotope sind zu beschreiben, Charakteristika hervorzu-heben. Die Biotopbewertung in Kategorien (Wertstufen) erfolgt auf Grund ihrer Eigenart, ihrer Ausprägung, bzw. der dort lebenden Arten.

 

 

Einige Biotope in idealtypischer Ausprägung

 

 

Eine durchschnittliche Ausprägung genügt für die Wertstufe 4 als Biotop von lokaler Bedeutung. Eine Bewertung 5 setzt bereits eine besondere Ausprägung bzw. das Vorkommen mehrerer gefährdeter Arten, bzw. dem Vorkommen einer stark gefähr-deten Art voraus. Höhere Wertstufen (6, 7, 8, 9) erhält ein Biotop erst  in regionaler, landesweiter, gesamtstaatlicher und internationaler Betrachtung.

 

Eine Fläche die keinem geschützten Biotop zugeordnet werden kann und deren öko-logische Bedeutung kaum von der Umgebung zu trennen ist, erhält die geringsten Wertstufen 2 & 1.

 

 

Biotopkomplexe und Komplexbiotope

 

Nicht immer sind die zu kartierenden gesetzlich geschützten Biotope einfach ab-grenzbar wie die oben gezeigten idealtypischen (Lehrbuch)Beispiele nahelegen. So gibt es eine Fülle an Vegetationstypen, die weder eindeutig zu bestimmen sind und sich gegenseitig durchdringen, d.h. deren Fläche bestenfalls grob abgeschätzt wer-den kann. 

 

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